10.11.2009

Zeit für Wirtschaftsethik

Werte als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen - Ein Seminar der CSR-Agentur.
Haben Sie nicht auch manchmal den Eindruck, dass die Grundlagen Ihrer unternehmerischen Entscheidungen von Ihren Mitarbeitern nicht geteilt werden?
Oder dass Sie vor allem in turbulenten Zeiten Entscheidungen unter einem starken äußeren Rechtfertigungsdruck von vielen Seiten treffen müssen? Gut ist es, wenn man dann auf Prinzipien zurückgreifen kann, die glaubhaft und dauerhaft sind.
Solche Prinzipien heißen auch „Werte“ und müssen immer wieder neu bestimmt werden, um ein Fundament für die täglichen Entscheidungen zu bilden.
Das Seminar „Zeit für Wirtschaftsethik“ am 22. Januar 2010 erlaubt eine „Auszeit“ vom Geschäftsalltag und gibt Ihnen wichtige Anregungen und Techniken an die Hand, um Werte erfolgreich in Handeln umzusetzen.

Referenten: Heino Hübner und Guido Knörzer
Heino Hübner ist Diplom-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut, systemische Beratung und Therapie. Seit 1979 Leiter einer psychosozialen Beratungsstelle; langjährige Erfahrungen in Trainings, Coaching und Beratung in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Personalführung, Kommunikation, Teamentwicklung und Konfliktbearbeitung in offenen Seminaren und innerbetrieblichen Projekten

Guido Knörzer ist Philosoph und Theologe, langjährige Ausbildungs- und Lehrtätigkeit an der Universität Frankfurt, den Hochschulen Nürnberg und Aschaffenburg und für die katholische Diözese Würzburg. Beratung von Unternehmen im Profit- und Nonprofitbereich: Corporate Social Responsibility, Unternehmensethik und Leitbildentwicklung. Implementierung ökologisch und gesellschaftlich nachhaltiger Geschäftsmodelle. Coaching für Führungskräfte.

Termin: Freitag, 22. Januar 2010 von 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Ort: Rückersbach, Seminarzentrum (Nähe Aschaffenburg, Rhein-Main Gebiet)

Veranstalter:
CSR-Agentur, Südbahnhofstrasse 7c, 63739 Aschaffenburg
Telefon 0 60 21/4 39 46 09 e-mail:kontakt@csr-agentur.de
http://www.csr-agentur.de
Informationen als PDF

28.10.2009

Unternehmensethik an Hochschulen: Keine Platzierung für Deutschland

Das Aspen-Institute hat sich die Mühe gemacht, in einem international angelegten Ranking verschiedene Universitäten und Hochschulen darauf hin zu druchleuchten, inwieweit sie Ethik zu einem Teil der Managementausbildung machen.

Es gibt da aus der Sicht der Autoren international durchaus bedeutsame Entwicklungen. Vor allem scheint sich "Verantwortung" (Corporate Social Responsibility) zu einem integralen Bestandteil der Ausbildung im Management- und BWL-Bereich zu entwickeln.

Allerdings sind die Deutschen bei diesen Entwicklungen nicht vertreten. Die Erstplatzierung hat die Schulich Business School an der York University (Kanada), an der in den vergangenen Jahren große Anstrengungen im Bereich der Unternehmensethik unternommen worden sind. Es folgen fünf US-amerikanische Universitäten (Michigan, Yale, Stanford, Notre Dame, Berkeley). Die RSM Erasmus () belegt als bester Europäer den 7. Rang. Unter den Top 100 befindet sich keine deutsche Hochschule.

Kommentar: Natürlich kann dies nicht wirklich erstaunen. Aber etwas stutzen kann man schon, wenn in Zeiten, in denen eigentlich jeder weiss, dass es auf verantwortliches Handeln ankommt, universitäre Kreise ethische Reflexion für ein Randgebiet der "harten Ökonomie" halten. Dabei sind es genau diese Faktoren, die schon bald darüber entscheiden werden, ob ein Unternehmen auch ökonomisch erfolgreich sein wird. Heinz von Foerster hat dies in einem Theorem formuliert: "Die "hard sciences" sind erfolgreich, weil sie sich mit den "soft problems" beschäftigen; die "soft sciences" haben zu kämpfen, denn sie haben es mit den "hard problems" zu tun."

Die "hard problems" von morgen sind: Ökologie, nachhaltiges Wirtschaften, Augenmaß, Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens, alles Themen, von denen man gestern noch gesagt hätte, sie seien "soft".

Quelle: CSR-News Net 26.10.2009

25.09.2009

Management, gesellschaftliche Verantwortung (CSR) und Geschäfte


Der Dienstsitz unserer Agentur ist Aschaffenburg, eine Stadt am Main, etwa 40 km östlich von Frankfurt, in unmittelbarer Nähe zum Spessart. Aschaffenburg liegt im äußersten Nordwest-Zipfel von Bayern.
Wenn wir mit lokalen Partnern aus der Industrie zu tun haben, stellen wir ihnen immer wieder die Frage, ob sie die Zivilgesellschaft kennen, in die hinein sie ihre Produkte, Dienstleistungen verkaufen oder aus der sie ihre Mitarbeiter und Geschäftspartner rekrutieren. Unter "Zivilgesellschaft" versteht man all jene Initiativen, Vereine, festen Gruppierungen, die sich für ein Anliegen innerhalb der Kommune freiwillig und unentgeltlich einsetzen.
Aschaffenburg hat ca. 65.000 Einwohnerinnen und Einwohner, keine große Stadt also. Was meinen Sie, wie viele dieser Initiativen es vor Ort gibt (ohne Sport- und Hobbyvereine)? 50, 100? Nein, es sind ca. 280!
Jede dieser Organisationen und Initiativen ist Spezialist für ihren Bereich: ob eine Selbsthilfegruppe für Frauen, die an Bruskrebs erkrankt waren, die anonymen Alkoholiker, der Landesbund für Vogelschutz, der Bund Naturschutz, die Caritas, das Diakonische Werk, die Arbeiterwohlfahrt, eine Initiative zur Unterstützung manisch-depressiv Erkrankter oder das Mehrgenerationenhaus: alles sind wichtige Initiativen und sie haben ein gewaltiges Potential, was Know-How und Engagement angeht.
Der CSR-Ansatz, also die systematische Beschäftigung mit den Möglichkeiten eines Unternehmen, sich weiter zu entwicklen, indem es sich engagiert, entwickelt sich ganz langsam von "sozial-karitativ" in "gut für das Kerngeschäft". Dementsprechend rückt bei den Vorreitern die Verbindung von Verantwortung, Hilfe und Geschäftstätigkeit immer mehr in den Fokus, so im aktuellen Bericht "Development Collaboration: Non of our Business? Non-Governmental Oganization Transformation and the Evolution of Cross-Sectoral Partnerships in the 21st Century" des Beraters Accenture zu lesen.
Es gibt allerdings ein nicht zu überschätzendes Problem dieser Zusammenarbeit. So gut viele dieser Organisationen und Gruppen ihr Themenfeld bearbeiten, so wenig professionell sind sie gemanagt. Manchmal haben wir als Berater den Eindruck, dies sei geradezu gewollt, nach dem Motto: "Je weniger professionelles Management, desto sozialer".
Da ist kein wirklicher Ansprechpartner, niemand kümmert sich um ein Öffentlichkeitsarbeit oder PR (falls man den Begriff überhaupt kennt), e-mails werden nicht beantwortet. Verbindlichkeit ist ein Fremdwort. Die Organisation selbst kennen eigentlich nur die Klienten und die Mitarbeiter selbst, sonst niemand. Dies alles behindert eine Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor langfristig. "Gleiche Augenhöhe" herzustellen, ist aber wichtig: Effizienz, Effektivität, Management, Planung in der Zusammenarbeit.
Klaus Malle, Country Managing Director von Accenture Österreich sagt dazu:
"Wir empfehlen Führungskräften in NGOs, ihre interne Organisationsentwicklung zu beschleunigen, einen kulturellen Wandel innerhalb der Organisation zu entfachen und zugleich Kapazitäten für neue Kooperationsprogramme zu schaffen - etwa durch zusätzliche Stellen für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft".

Auf der anderen Seite empfehlen die Studienautoren NGOs mehr Management-Know-how aus dem Privatsektor in die Organisationen einzuführen. Das empfohlene inhaltliche Spektrum reicht von Personal- und Recruiting-Fragen bis hin zu IT-Lösungen. Wir schließen uns diesen Forderungen und Vorschlägen uneingeschränkt an!

03.09.2009

Max Deml über ethisch-ökologische Geldanlagen

Max Deml gibt den Informationsdienst Öko-Invest heraus und hat ökologische Aktien-Indices wie den „nx-25“ oder den Solaraktienindex „PPVX“ kreiert und beantwortet einige grundlegende Fragen zum ethisch-ökologischen Investment in einem Interview mit dem Internet-Portal Utopia. Wir fassen die Ergebnisse zusammen:

  • In den USA wird inzwischen jeder zehnte Dollar nach zumindest einem ethisch-ökologischen Kriterium – z.B. „keine Rüstungsproduktion“ – angelegt, im deutschsprachigen Raum handelt es sich meist noch um Marktanteile von weniger als zwei Prozent, im Investmentfondsbereich knapp ein Prozent. Es gibt aber auch Bereiche, z.B. bei den Mitarbeitervorsorgekassen in Österreich, in denen sich mehr als die Hälfte der Anbieter für „ethisches“ Investment entschieden haben.
  • Auch wenn das Gesamtvolumen prozentuell noch relativ klein ist, weist diese Art des Investieren weitaus höhere Wachstumsraten als „konventionelle“ Anlagen auf: erst vor einigen Jahren hat das Volumen der Ethik- und Umweltinvestmentfonds in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg die Milliardengrenze überschritten, heute sind es bereits an die 25 Milliarden Euro.
  • Verschiedene Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass „grüne“ Anleger weder eine niedrigere Rendite noch ein höheres Risiko als bei vergleichbaren konventionellen Anlagen in Kauf nehmen müssen.
  • Die zusätzliche „grüne“ Nachfrage hat relativ wenig Auswirkung auf die Kurse von großen börsennotierten Gesellschaften, kann aber entscheidend sein, damit geschlossene Fonds (z.B. im Biomassebereich) oder junge Unternehmen anderer Branchen, die Aktien ausgaben, überhaupt die nötige Finanzierung finden.
  • Auch bei großen Unternehmen lässt sich teilweise ein „pädagogischer“ Effekt feststellen, wenn Investoren oder Research-Agenturen verstärkt danach fragen, wie z.B. das Umweltmanagement eines Unternehmens aussieht.

02.09.2009

Verantwortung kommunizieren - Ein Beitrag von Donna Haab



Donna Haab beleuchtet in dem Beitrag: "Verantwortung kommunizieren - Herausforderungen und Möglichkeiten von CSR für eine integrierte Unternehmenskommunikation" den Zusammenhang von Kommunikation und CSR.
Haab gibt einen kompakten und Praxis-nahen Abriß davon, wie sich interne Kommunikation eines Unternehmens, aber auch die ethischen Grundsätze eines Unternehmens bis hin zu Marketing und Werbung mit dem Konzept von CSR verbunden werden können.
Sie zeigt auch anhand von Unternehmensbeispielen, wie etwa der Beratungsgesellschaft Ernst&Young oder des Outdoor-Ausrüsters Patagonia, dass die Wahrnehmung von Unternehmensverantwortung für die Entwicklung eines Unternehmens von grundlegender Bedeutung sein kann.

Wir senden Ihnen die Arbeit gerne als PDF zu, wenn Sie diese über die Kommentarzeile dieses Posts (unten) mit dem Stichwort "Unternehmenskommunikation" unter Angabe einer e-mail Verbindung anfordern.

CSR erhöht die Attraktivität des zuküntigen Arbeitsgebers

  • Zwei Befragungen des Management-Nachwuchses von Universum und Trendence stellen bei der Beurteilung der Attraktivität des Arbeitgebers fest, dass der Faktor Corporate Social Responsibility (CSR), Corporate Responsibility (CR) oder Corporate Citizenship eine immer größere Rolle spielt. Viele wollen wissen, ob der Arbeitgeber, für den sie vielleicht in Zukunft im Einsatz sein werden, unternehmerisch handelt und dabei freiwillig Verantwortung übernimmt: für Mensch und Umwelt, für die Gesellschaft.
In einer aktuellen Universum-Umfrage unter 19195 Studenten auf der ganzen Welt verbinden 71 Prozent der Geisteswissenschaftler "ein hohes Level an sozialer Verantwortung" mit dem Wunscharbeitgeber. Bei den Naturwissenschaftlern sind es 50 Prozent und bei den Ingenieuren, Betriebs- und Volkswirten 41 Prozent. Das sind zumindest bei der letzten Gruppe drei Prozent mehr als im Vorjahr.
"Wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass die Generation Y - also die Mitt- und Endzwanziger - darauf Wert legt, dass sich der ideale Arbeitgeber im Bereich CSR engagiert", sagt Axel Keulertz, Research Director beim Meinungsforscher Universum. Die Generation Y ist die erste, die mit Internet und E-Mail aufgewachsen ist. Sie ist mobiler, flexibler und für den Chef stets greifbar. Die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen. "Wenn ich mich für meinen Arbeitgeber derart stark einsetze, dann muss ich mich mit ihm identifizieren können; die Wertvorstellungen müssen übereinstimmen. Der Trend geht also auf eine Art Kulturwandel zurück."
Zu den Top 10 der Arbeitgeber, denen die Befragten am meisten soziale Verantwortung zutrauen, gehören 2009 vor allem solche, deren Produkte und Dienstleistungen an sich bereits Pflichtgefühl erkennen lassen: So etwa die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und das Auswärtige Amt. Es folgen aber auch Unternehmen wie der Autozulieferer Bosch, der Versandhandel Otto und der Mischkonzern Haniel.
Bei dem Meinungsforscher Trendence, der jährlich das "Deutsche Absolventenbarometer" veröffentlicht, zeigen die Ergebnisse: Von 9159 deutschen Wirtschaftsstudenten, die kurz vor dem Abschluss stehen, hat für knapp ein Drittel das CSR-Engagement eines potenziellen Arbeitgebers großes Gewicht bei der Überlegung: Bewerbung ja oder nein?
Bei der Aussage "Ethisch-moralische Gründe spielen bei meiner Arbeitgeberwahl eine wichtige Rolle" kreuzten sogar mehr als 46 Prozent "trifft zu" an. 2008 waren es 44 Prozent.

Quelle: Handelsblatt Online vom 31.08.2009 „Unternehmenswahl - Der Faktor Verantwortung zählt“ von Kirsten Ludowig

24.08.2009

Negative CSR wird immer kaufentscheidender


Jetzt verführt mich doch eine professionell gestreute Pressemitteilung zu einem kleinen Kommentar, sozusagen als Gegenpol.

Hintergrund ist die Befragung von 1000 Kunden, die „ Faktenkontor“ und „Toluna“ durchgeführt haben. Danach achtet nur jeder Zehnte Bundesbürger bei seinen Kaufentscheidungen darauf, ob das Unternehmen Verantwortung übernimmt, während 80 Prozent betonen, dass der Preis das wichtigste Kaufkriterium sei. Das ist nicht wirklich erstaunlich, denn Verantwortung und Nachhaltigkeit haben in den letzten Jahren lediglich in einem kleinen Segment des Marketings und der PR überhaupt eine Rolle gespielt. Und die auf den jeweiligen Produkten zugänglichen Informationen lassen kaum Rückschlüsse auf die Gesamtstrategie des Unternehmens zu, was gesellschaftliche Verantwortung angeht.

Aber viel wichtiger ist aus meiner Sicht ein anderes Ergebnis der Befragung: Dass nämlich die Kunden mit etwa 50 Prozent angeben, Unternehmen, über die negativ berichtet wurde, künftig zu meiden. Mit anderen Worten: Für die positive Kaufentscheidung ist CSR vielleicht (noch) nicht so wichtig, aber für die negative Kaufzurückhaltung spielt eine negative CSR sehr wohl eine wichtige Rolle. Und dieser Trend wir anhalten. Wie wichtig solche Vorgänge sind, zeigt sich an einer fast zeitgleichen Meldung von Tierschützern und Tchibo, die ich als Illustrierung meiner These dann noch beigebe:
Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“, ein Zusammenschluss von über 60 Tierschutzorganisationen wurde bei Tchibo vorstellig. Nachdem Tchibo angekündigt hatte, einen Kaninchenstall verkaufen zu wollen, wurden Proteste laut. Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ forderte den Konzern auf, den viel zu kleinen und damit nicht artgerechten Stall aus dem Sortiment zu entfernen. Vor wenigen Stunden (19.08.2009) der Erfolg: Tchibo reagierte sofort und nimmt den Käfig umgehend aus dem Verkauf um die Angelegenheit zu prüfen. Eine Sprecherin erklärte: „Wir haben den Verkauf ausgesetzt und prüfen die Angelegenheit, da wir natürlich nur tierfreundliche Produkte anbieten wollen.“